Excerpt from Die Syntax des Dativs bei Notker: Inaugural-Dissertation zur Erlangung der Doctorwürde der Philosophischen Facultät der Universität Leipzig In der ahd. Periode ist diese Bedeutung zum Teile beibehalten; ausserdem wird bei Notker der Dativ auch der Casus, durch den die Neigung nach etwas hin, der Zweck einer Handlung, das Ziel einer Bewegung, die Richtung einer Gemütsbewegung bezeichnet wird. Delbrück (kuhns Ztschr. XVIII 100 if.) hielt früher die Neigung nach etwas hin für die ursprüngliche Bedeutung des Dativs. Schon Erdmann in seiner otfrid-syntax (ii. 193 scheint, obgleich er sich nicht ausdrücklich gegen diese Auffassung äussert, ihr nicht völlig beizustimmen, indem er darauf auf merksam macht, dass die meisten Beispiele Delbrücks persönlich sind, und dass der ahd. Dativ immer mehr die Nei gung zeigt, als der reine Personen Casus aufzutreten. In seiner "vergleichenden Syntax der indogerm. Sprachen (1 185) gibt Delbrück seine alte Erklärung auf, indem er sagt: "ich habe (k. Z. 18,1oo ff.) ausgeführt, dass die Grund bedeutung des Dativs sei: die körperliche Neigung nach etwas hin, und habe deutlich zu machen versucht, wie dieser Casus oder eigentlich die in ihm enthaltene Präposition wohl in der Urzeit entstanden sein möchte. Da ich jetzt ein entschiedenes Misstrauen gegen glottogonische Hypo thesen hege und nicht mehr glaube, dass sich aus den Casus Präpositionen loslosen lassen, so fällt jetzt diese Er klärung für mich nicht mehr in's Gewicht. Auch von einer allgemeinen Vorliebe für lokalisti30h gefärbte Erklärungen, die ich damals wohl hatte, weiss ich mich jetzt frei, und ich sehe mich daher jetzt bei der Entscheidung zwischen den beiden Möglichkeiten der Auffassung lediglich auf eine Befragung der Überlieferung angewiesen. Diese aber scheint mir jetzt für die geistige Auffassung zu entscheiden. Es spricht für sie der Umstand, dass in den Dativ ganz uber wiegend Personen treten, was gewiss nicht der Fall sein Würde, wenn der Dativ ein Zielcasus wäre. Zur Erklärung der wirklichen Zieldative, "die im späteren Sanskrit und sonst in indischen Dialekten vorkommen, sagt er: "sie haben sich aus dem nichtlokalen Grundbegriff des Dativs ebenso entwickelt wie der Akkusativ des Zieles aus dem ganz allgemeinen nicht lokalen Grundbegrifi des Akkusativs.
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